Qualifizierung zur Anwendung des Beratungsinstruments „Alter(n)sgerechte Berufsverläufe“

Neuer Termin: 14.-15.11.2017

Menschen verändern sich im Zeitlauf – körperlich, geistig, psychisch und sozial. Das umfasst die ganze Bandbreite des Wandels persönlicher Kapazitäten, die von der Zunahme beruflicher Routine und Sozialkompetenz bis zur Verringerung körperlicher Leistungsfähigkeit reicht. Gleichzeitig verändern sich Tätigkeitsanforderungen im Zeitlauf, z. B. durch den Einsatz neuer Techniken, infolge der Entwicklung neuer Produkte/Dienstleistungen, bei Modifikationen der Ablauforganisation oder durch neue Kundenwünsche etc.

Nicht immer wird (rechtzeitig) darauf geachtet, ob Person (individuelle Kapazitäten im Lebensverlauf) und Arbeit gut zusammenpassen. Beides ist – in Grenzen – beeinflussbar:

  • Jüngere Beschäftigte brauchen Zeit und Unterstützung beim Einstieg in die Tätigkeiten, bis ein ausreichendes Maß an routinierter Sicherheit in der eigenständigen Ausführung gegeben ist.
  • Bei beruflichen Entwicklungen (andere Tätigkeiten; horizontale, diagonale oder vertikale Berufsverläufe) sind neue Herausforderungen zu bewältigen.
  • Etliche Tätigkeiten lassen sich bis zum Renteneintritt ausführen, andere sind mit zunehmendem Alter respektive mit der Dauer von Belastungsexpositionen schwierig („alterskritisch“). Dann sind rechtzeitig Entlastungen oder berufliche Umstiege entsprechend dem individuellen Arbeitsvermögen zu realisieren, um einen vorzeitigen, ungeplanten Ausstieg (Frühverrentung, Berufsunfähigkeit) zu vermeiden.

Zu den wesentlichen alterskritischen Aspekten zählen zum Beispiel:

  • Arbeit unter Zeitdruck, hohe bzw. starre Leistungsvorgaben, taktgebundene Arbeit
  • Wechsel- und vor allem Nachtschicht
  • hohe Zahl von regelmäßigen Überstunden und Urlaubsrückstände, insbesondere bei Älteren
  • hohe Umgebungsbelastungen (Lärm, Hitze, Kälte, zu geringe Beleuchtung)
  • schwere körperliche Arbeit, Heben und Tragen von Lasten, Zwangshaltungen, einseitig belastende Tätigkeiten, kurzzyklische Tätigkeiten
  • hohe Anforderungen an Reaktionsvermögen und Daueraufmerksamkeit
  • häufige Störungen/Unterbrechungen
  • Fehlende Berücksichtigung individueller Lernmuster Älterer, z. B. bei der Vermittlung von ITKenntnissen.

Der demografische Wandel erfordert in Unternehmen eine pro-aktive Strategie. Die Herausforderung besteht vor allem darin, die individuellen und  (alters-)strukturellen Veränderungen zu beachten und die Arbeit so zu gestalten, dass

  • die Menschen in verschiedenen Lebens- und Berufsphasen die Arbeit gut, gesund und motiviert bewältigen können
  • und die Produktivität aufrechterhalten wird.

Dem dient der Ansatz „Alter(n)sgerechte Berufsverläufe“ (mit-alternde Arbeit), der in Form einer Impulsberatung ein Instrument für die langfristige Personalentwicklung wie auch für Hinweise auf menschengerechte Arbeitsgestaltung ist.

Das Instrument wurde im Wesentlichen in den Jahren 2003-2005 entwickelt. Seit 2009 gibt es eine wachsende Nachfrage. Nach erfahrungsgeleiteten Optimierungen hat sich der Ansatz in mittlerweile 30 Beratungsprojekten in der Industrie, in Dienstleistungsunternehmen und in der Verwaltung als tauglich und in allen Branchen sowie für alle Tätigkeiten universell einsetzbar erwiesen.

Dozenten
Prof. Dr. Heinrich Geißler, Bregenz
Alexander Frevel, Hamburg

Teilnahmevoraussetzungen

  • Kenntnisse zum Modell „Haus der Arbeitsfähigkeit“, z. B. Work Ability Index WAI, Arbeitsbewältigungs-Coaching®
  • Erfahrung in der Prozessberatung von Betrieben/Organisationen

Die Teilnehmenden erhalten die Seminarunterlagen (ppt als pdf-Ausdruck), Frageleitfäden (Führungskräfte, Mitarbeiter_innen), die Checkliste „Alternsgerechte und Alterskritische Tätigkeiten“, Auswertungs-/Präsentationsvorlagen (ppt) und ein Teilnahme-Zertifikat.

Als Unterstützung im betrieblichen Einsatz können die Dozenten erste Beratungseinsätze supervidieren, d.h. als zweiter (bezahlter) Berater mitwirken.

Das Instrument ist in der Anwendung nicht lizensiert, also kostenlos.
Der Teilnahmebeitrag beträgt 650,- Euro plus ges. gelt. Umsatzsteuer.

Für Rückfragen stehen zur Verfügung:
Heinrich Geißler: +43 699 101 366 25
Alexander Frevel: +49 172 422 422 3

Die Interessenbekundungen bzw. Anmeldungen sind zu senden an frevel@beratung-arbeitsfaehigkeit.de sowie cc: an office@bf-geissler.com .